Heizung im Urlaub: Wie weit runterdrehen, ohne Schimmel und Frost?
Heizung im Urlaub ausschalten oder runterdrehen? Welche Temperatur reicht, was Frostschutz bedeutet, was du sparst und was vor der Abreise zu tun ist.

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Inhalt dieses Artikels
Kurze Antwort
Kurz gesagt: Im Winter die Heizung im Urlaub nicht ganz ausschalten, sondern auf etwa 15 bis 16 °C absenken. Das ist am Thermostatkopf ungefähr Stufe 2. So kühlen Wände und Möbel nicht aus, es bildet sich kein Schimmel, und die Wasserleitungen frieren nicht ein. Die Frostschutz-Stellung (✱) reicht nur für kurze Zeit oder gut gedämmte Wohnungen. Weniger heizen spart trotzdem: Jedes Grad weniger bringt bis zu 6 % Heizenergie.
Wie warm sollte es im Urlaub sein?
| Abwesenheit | Raumtemperatur | Thermostat (ungefähr) |
|---|---|---|
| Einige Stunden | etwa 18 °C | Stufe 2 bis 3 |
| Wochenende bis Urlaub | etwa 15 bis 16 °C | Stufe 2 |
| Nicht unter | 15 °C in Wohnräumen | Stufe 2 |
Die Werte stammen vom Umweltbundesamt (bei mehreren Tagen Abwesenheit etwa 15 °C) und der Energieberatung der Verbraucherzentrale (bei längerer Abwesenheit mindestens 16 °C, laut Öko-Test). Die Thermostatstufen sind Richtwerte: Bei den meisten Köpfen entspricht Stufe 3 etwa 20 °C, jede Stufe darunter etwa 4 Grad weniger. Welche Temperatur wo richtig ist: Ab wann heizen?
Warum nicht ganz ausschalten?
- Schimmel: Kühlt die Wohnung stark aus, werden Außenwände und Ecken kalt. Die Feuchtigkeit in der Luft schlägt sich dort nieder. Ab welcher Wandtemperatur es kritisch wird, zeigt der Taupunkt-Rechner.
- Frost: Leitungen an Außenwänden oder in kalten Räumen können bei Dauerfrost einfrieren und platzen. Und wer weder heizt noch die Leitungen entleert, riskiert den Versicherungsschutz. Mehr dazu: Rohre frostsicher machen.
- Behaglichkeit: Ausgekühlte Wände brauchen nach der Rückkehr lange, bis sie wieder warm sind.
Spart das Wiederaufheizen nicht alles wieder auf? Nein. Eine kühlere Wohnung verliert weniger Wärme nach draußen, deshalb spart Absenken unterm Strich immer. Es sollte nur nicht so kalt werden, dass Schimmel oder Frost drohen.
Was bedeutet die Frostschutz-Stellung?
Das Sternchen (✱) am Thermostatkopf öffnet das Ventil erst, wenn es im Raum nur noch wenige Grad über null hat. Es schützt also vor dem Einfrieren des Heizkörpers, nicht vor Schimmel. Für ein Wochenende in einer gut gedämmten Wohnung kann das reichen. Für eine oder zwei Wochen im Winter, im Altbau oder in einem Raum mit Wasserleitungen an der Außenwand ist Stufe 2 die sicherere Wahl.
Zentralheizung nicht auf Sommerbetrieb
Im eigenen Haus die Heizung im Winter nicht auf Sommerbetrieb (nur Warmwasser) oder ganz aus schalten. Besser die Heizkurve oder das Programm für die Abwesenheit absenken. Viele Regelungen haben dafür einen Urlaubs- oder Ferienmodus. Wie die Regelung arbeitet: Heizkurve einstellen.
Wie viel spart das Absenken?
Laut Verbraucherzentrale und co2online spart jedes Grad weniger bis zu 6 % Heizenergie. Senkst du für eine Woche von 21 auf 16 °C ab, sind das in dieser Woche grob ein Viertel weniger Heizenergie. Was das übers Jahr ausmacht: Heizkosten-Rechner.
Bequem geht das mit smarten Thermostaten: Sie haben einen Urlaubsmodus und heizen am Rückreisetag rechtzeitig wieder auf. Ob sich das lohnt: Smartes Thermostat.
Checkliste vor der Abreise
Nach der Rückkehr: Erst stoßlüften, dann die Thermostate wieder hochdrehen. Stufe 5 heizt übrigens nicht schneller, sie hört nur später auf. Mit einem Hygrometer mit Min-/Max-Speicher* siehst du, wie kalt und feucht es während der Abwesenheit wurde.
Klemmt das Thermostat nach dem Urlaub oder lässt sich nicht mehr richtig drehen: Thermostatkopf wechseln.
Häufige Fragen
Heizung im Urlaub ausschalten: ja oder nein?
Im Sommer ja. Im Winter nein: Auf etwa 15 bis 16 °C absenken, das spart und schützt vor Schimmel und Frost.
Welche Stufe am Thermostat im Urlaub?
Stufe 2, das sind etwa 15 bis 16 °C. Die Frostschutz-Stellung (✱) reicht nur für kurze Zeit oder gut gedämmte Wohnungen.
Muss ich als Mieter im Urlaub heizen?
Mieter müssen die Wohnung so beheizen, dass keine Schäden entstehen, etwa durch Frost oder Schimmel. Ganz ausschalten ist im Winter deshalb keine gute Idee.
Lohnt sich das Absenken für ein Wochenende?
Ja. Auch zwei Tage mit 15 bis 16 °C statt 20 bis 21 °C sparen spürbar, und die Wohnung ist nach ein paar Stunden wieder warm.
Quellen
- Umweltbundesamt: Richtiges Heizen und Raumtemperatur
- Öko-Test: Winterurlaub geplant? So heizen Sie richtig, wenn Sie nicht zu Hause sind
- Deutsche Familienversicherung: Was tun, wenn die Wasserleitung gefriert?
- co2online: Heizkosten sparen: Die 10 besten Tipps




