Smartes Thermostat: Lohnt es sich? Ersparnis, Datenschutz, Einbau
Wie viel sparen smarte Heizkörperthermostate wirklich, worauf du beim Datenschutz achten solltest und wie du sie in 5 Minuten selbst montierst.

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Inhalt dieses Artikels
Kurze Antwort
Kurz gesagt: Smarte Heizkörperthermostate lohnen sich vor allem, wenn du tagsüber oft nicht zu Hause bist oder Räume nur zeitweise nutzt. Dann senken sie die Temperatur automatisch ab. Je nach Untersuchung sind etwa 6 bis 15 % Heizenergie drin. Wer schon diszipliniert von Hand runterdreht, spart weniger. Achte beim Kauf auf den Datenschutz: Es gibt Systeme, die ganz ohne Cloud des Herstellers auskommen.
Was ein smartes Thermostat anders macht
Ein normaler Thermostatkopf hält die Temperatur, die du einstellst, rund um die Uhr. Ein smartes Thermostat folgt einem Zeitplan: morgens warm im Bad, tagsüber kühler, abends warm im Wohnzimmer, nachts abgesenkt. Viele Modelle erkennen außerdem offene Fenster an einem Temperatursturz oder über einen Fensterkontakt und drehen dann zu.

Wie viel spart ein smartes Thermostat?
Die Zahlen gehen auseinander. Laut ADAC nennt die Stiftung Warentest 6 bis 10 % der Heizkosten, Verbraucherzentrale und co2online 9 bis 15 %. Am meisten ist drin, wenn Räume regelmäßig leer stehen und konsequent abgesenkt wird. Was das in Euro heißt:
Mögliche Ersparnis bei 1.200 € Heizkosten im Jahr
Rechenbeispiel. Wie viel es bei dir ist, hängt von Gebäude, Gewohnheiten und Zeitplan ab.
Laut ADAC kosten Einstiegsgeräte ab etwa 30 Euro, Markengeräte meist 50 bis 80 Euro pro Thermostat, je nach System kommt eine Zentrale dazu. Mit mehreren Räumen dauert es also meist einige Heizperioden, bis sich die Anschaffung bezahlt hat. Mit deinen Heizkosten: Heizkosten-Rechner.
Welche Art passt zu dir?
| System | So funktioniert es | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Bluetooth | Steuerung per App in der Nähe | Günstig, aber von unterwegs meist nicht erreichbar |
| Funk mit Zentrale (Bridge) | Thermostate funken zu einer Zentrale im Router-Bereich | Zuverlässig, Steuerung auch von unterwegs |
| Über den Router | Thermostate funken direkt zum passenden Router | Keine zusätzliche Zentrale nötig, nur mit kompatiblem Router |
| WLAN direkt | Jedes Thermostat ist im WLAN | Höherer Batterieverbrauch, oft Cloud-Pflicht |
Ein smartes Thermostat ersetzt nur den Thermostatkopf, das Ventil bleibt. Wie der Tausch geht, steht ausführlich hier: Thermostatkopf wechseln.
Datenschutz: darauf achten
Ein Thermostat weiß, wann du zu Hause bist. Einige Geräte schicken diese Daten in die Cloud des Herstellers, manche verlangen dafür sogar ein Konto. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sah 2024 bei vielen Geräten zwar die Basis-Sicherheitsanforderungen erfüllt, aber noch Verbesserungsbedarf, etwa beim Produktsupport.
- Lokale Steuerung bevorzugen: Manche Systeme laufen über eine Zentrale oder den Router im eigenen Netz und brauchen keine Hersteller-Cloud.
- Ohne Konto nutzbar? In der Produktbeschreibung oder Anleitung nachsehen.
- Updates: Der Hersteller sollte Sicherheitsupdates liefern.
Einbau in 5 Minuten
Smartes Thermostat montieren
- Schritt 1Alten Kopf abAuf Stufe 5 drehen, Überwurfmutter lösen.
- Schritt 2AdapterFalls nötig, passenden Adapter aufs Ventil setzen.
- Schritt 3BatterienEinlegen, Gerät fährt den Stellmotor zurück.
- Schritt 4AufsetzenAufschrauben, Gerät lernt den Ventilhub.
- Schritt 5ZeitplanZeiten und Temperaturen festlegen.
Adapter vorher prüfen
Nicht jedes Ventil hat das Standardgewinde M30x1,5. Vor allem ältere Danfoss- und Heimeier-Ventile brauchen einen Adapter. Ein Foto vom Ventil hilft beim Kauf. Mehr dazu im Artikel Thermostatkopf wechseln.
Wann lohnt es sich nicht?
- Du bist fast immer zu Hause und heizst alle Räume ähnlich.
- Deine Heizung hat bereits eine gut eingestellte Nachtabsenkung und du drehst konsequent von Hand runter.
- Einzelne Heizkörper werden ohnehin nicht richtig warm. Dann zuerst die Ursache beheben: Heizkörper wird nicht warm.
Mehr spart oft die richtige Einstellung der Heizung selbst: Heizkurve einstellen und hydraulischer Abgleich.
Häufige Fragen
Darf ich als Mieter smarte Thermostate einbauen?
In der Regel ja, denn nur der Kopf wird getauscht. Bewahre die alten Köpfe auf und setz sie beim Auszug wieder ein.
Wie weit sollte ich die Temperatur absenken?
Nicht zu stark. Räume sollten nicht dauerhaft auskühlen, sonst steigt die Schimmelgefahr. Mehr dazu: Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.
Funktioniert ein smartes Thermostat ohne Internet?
Viele ja: Der Zeitplan ist im Gerät gespeichert. Ohne Internet fehlt dann nur die Fernsteuerung per App.
Quellen
- ADAC: Smarte Heizkörperthermostate
- t-online: Stiftung Warentest: Smarte Heizkörperthermostate im Test
- notebookcheck: Warentest testet 11 smarte Heizkörperthermostate
- EnBW: Smarte Heizkörperthermostate




