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Wasserleitung eingefroren? Rohre frostsicher machen und auftauen

Wasserleitung eingefroren: So taust du sie sicher auf, ohne offene Flamme. Und so machst du Rohre und Außenwasserhahn vor dem Winter frostsicher.

Titelbild: Rohre frostsicher machen

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Inhalt dieses Artikels
  1. Wasserleitung eingefroren: Was jetzt?
  2. So machst du Rohre frostsicher
  3. Frostschaden und Versicherung
  4. Checkliste vor dem ersten Frost
  5. Häufige Fragen

Kurze Antwort

Kurz gesagt: Ist eine Wasserleitung eingefroren, zuerst den Haupthahn zudrehen, den Wasserhahn an der betroffenen Leitung öffnen und die Leitung dann langsam von der Hahnseite her mit einem Föhn oder warmen Tüchern auftauen. Nie mit offener Flamme. Ist das Rohr schon geplatzt, Wasser abgestellt lassen und einen Fachbetrieb rufen. Vorbeugen ist einfach: Außenwasserhahn absperren und entleeren, Leitungen in kalten Räumen dämmen und Räume nicht auskühlen lassen. Wer im Winter weder heizt noch entleert, riskiert zudem den Versicherungsschutz.

Wasserleitung eingefroren: Was jetzt?

Eingefrorene Leitung sicher auftauen

  1. Schritt 1Haupthahn zuDamit bei einem Riss kein Wasser nachläuft.
  2. Schritt 2Stelle findenMeist in kalten Räumen oder an Außenwänden.
  3. Schritt 3Hahn aufWasserhahn der Leitung öffnen, Dampf kann raus.
  4. Schritt 4Langsam wärmenFöhn oder warme Tücher, vom Hahn her.
  5. Schritt 5PrüfenHaupthahn öffnen, auf Lecks achten.
  1. Haupthahn zudrehen. Er sitzt meist im Keller oder Hausanschlussraum neben der Wasseruhr. Ist die Leitung schon gerissen, läuft sonst beim Auftauen Wasser aus.
  2. Eingefrorene Stelle finden. Typisch sind Leitungen in unbeheizten Räumen, an Außenwänden, in der Garage, im Gartenhaus und die Leitung zum Außenwasserhahn.
  3. Wasserhahn öffnen, der an dieser Leitung hängt. So kann Schmelzwasser abfließen und Druck entweichen.
  4. Langsam auftauen: mit einem Föhn, den du ständig bewegst, mit warmen, feuchten Tüchern, die du regelmäßig wechselst, oder indem du den Raum aufheizt. Am Hahn beginnen und dich Richtung Eis vorarbeiten, damit das Tauwasser abfließen kann.
  5. Haupthahn langsam wieder öffnen und die ganze Leitung auf Tropfen und feuchte Stellen prüfen.

Keine offene Flamme, kein Heißluftfön mit voller Leistung

Lötlampe, Gasbrenner oder Feuerzeug sind tabu: Brandgefahr, und Kunststoffrohre oder Lötstellen können beschädigt werden. Bei Rissen, Beulen oder Wasser an der Leitung sofort Haupthahn zu und einen Fachbetrieb rufen. Elektrische Geräte nie in Wasserpfützen benutzen. In der Mietwohnung den Vermieter sofort informieren.

So machst du Rohre frostsicher

Außenwasserhahn und Gartenleitung

Der häufigste Frostschaden ist der Außenwasserhahn. So machst du ihn winterfest, am besten im Oktober oder November:

  1. Absperrventil innen für die Außenleitung schließen. Es sitzt meist im Keller, direkt hinter der Außenwand.
  2. Außenhahn öffnen und das Wasser ganz auslaufen lassen. Schlauch und Anschlussstücke abnehmen.
  3. Gibt es am Absperrventil eine kleine Entleerungsschraube, diese öffnen, damit das Restwasser aus der Leitung läuft. Gefäß unterstellen.
  4. Außenhahn offen lassen, solange die Leitung entleert ist. So kann eingeschlossenes Restwasser beim Gefrieren ausweichen.

Bequemer ist ein frostsicherer Außenwasserhahn: Bei ihm sitzt das eigentliche Ventil im warmen Hausinneren, der Hahn außen entleert sich selbst. Der Einbau gehört allerdings zum Installateur.

Leitungen in kalten Räumen

Räume nicht auskühlen lassen

Laut Deutscher Familienversicherung sollten unbewohnte Räume mindestens 15 °C und bewohnte 17 °C haben, wenn Dauerfrost droht. Thermostat nie ganz zudrehen, Türen zu kalten Räumen geschlossen halten und die Fenster im Winter nicht dauerhaft kippen. Ein Fenster im Kipp kann eine Leitung darunter in einer Frostnacht einfrieren lassen. Wann die Heizung an sein sollte: Ab wann heizen? Und wenn du verreist: Heizung im Urlaub: wie weit runterdrehen?

Frostschaden und Versicherung

Platzt ein Rohr durch Frost, zahlt meist die Wohngebäudeversicherung für Leitung und Gebäude, die Hausratversicherung für beschädigte Möbel und Gegenstände. Aber: In den Bedingungen steht fast immer die Pflicht, in der kalten Jahreszeit das Gebäude ausreichend zu beheizen oder die wasserführenden Leitungen abzusperren und zu entleeren. Wer beides nicht tut, handelt laut Rechtsprechung grob fahrlässig, und die Versicherung darf kürzen, bei leerstehenden Gebäuden oft deutlich.

Die genauen Pflichten stehen in deinen Versicherungsbedingungen. Im Zweifel bei der Versicherung nachfragen.

Checkliste vor dem ersten Frost

Tipp: Weißt du, wo dein Haupthahn ist? Jetzt nachsehen, nicht erst, wenn Wasser läuft. Ein Haupthahn, der sich seit Jahren nicht bewegt hat, sitzt oft fest. Dann rechtzeitig vom Installateur gangbar machen lassen.

Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur frieren Wasserleitungen ein?

Gefährlich wird es bei längerem Frost, vor allem in Nächten mit zweistelligen Minusgraden und wenn auch tagsüber Frost herrscht. Leitungen in unbeheizten Räumen und an Außenwänden frieren zuerst.

Wie lange dauert es, bis eine Leitung auftaut?

Je nach Länge des Eisstücks einige Minuten bis Stunden. Lieber langsam und gleichmäßig wärmen als schnell und heiß.

Kann man eine eingefrorene Leitung mit dem Föhn auftauen?

Ja, wenn du ihn ständig bewegst und beim Wasserhahn anfängst. Haupthahn vorher zu, Hahn offen, nicht in Pfützen arbeiten.

Hilft es, das Wasser tropfen zu lassen?

Fließendes Wasser friert schwerer ein. Das ist eine Notlösung für eine einzelne Frostnacht, keine Dauerlösung: Absperren, dämmen und heizen sind besser.

Wer zahlt, wenn ein Rohr durch Frost platzt?

Meist die Wohngebäudeversicherung für Leitung und Gebäude und die Hausratversicherung für deine Sachen. Wer weder heizt noch entleert, riskiert eine Kürzung wegen grober Fahrlässigkeit.

Quellen

Der Handwerksdoktor

Der Handwerksdoktor erklärt auf YouTube und hier im Blog, wie Heizung, Strom und Wasser im Haus funktionieren, einfach und ohne Fachchinesisch. Mehr über den Handwerksdoktor