Dynamischer Stromtarif

Wärmepumpe mit dynamischem Stromtarif: lohnt sich das? (2026)

Wärmepumpe mit dynamischem Stromtarif: Was Studien an Ersparnis nennen, warum der Pufferspeicher entscheidet und wann ein Wärmepumpentarif mit Modul 2 besser.

Titelbild: Wärmepumpe mit dynamischem Stromtarif

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Inhalt dieses Artikels
  1. Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?
  2. Winterstrom: nachts günstig, abends teuer
  3. Die Voraussetzung: Die Wärmepumpe muss pausieren können
  4. Dynamischer Tarif oder Wärmepumpentarif?
  5. § 14a: Rabatt gibt es in jedem Fall
  6. Mit PV-Anlage
  7. Häufige Fragen

Kurze Antwort

Kurz gesagt: Eine Wärmepumpe verbraucht im Einfamilienhaus grob 4.000 bis 6.000 kWh im Jahr, das meiste davon im Winter, wenn der Börsenstrom nachts günstig ist und abends teuer. Mit einem dynamischen Stromtarif spart sie laut einer Neon-Studie rund 124 € oder 7 Prozent im Jahr, aber nur mit Pufferspeicher oder gut gedämmtem Haus, damit sie mittags und nachts vorheizen und abends pausieren kann. Ab etwa 4.500 kWh Wärmestrom ist laut Finanztip oft ein Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler und § 14a Modul 2 (60 Prozent weniger Netzentgelt-Arbeitspreis) die bessere Wahl. Beides rechnest du hier durch: Spar-Rechner und § 14a Netzentgelt-Rechner.

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?

Die Faustformel: Heizwärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ) = Stromverbrauch. Ein Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 braucht rund 4.300 kWh Strom. Ratgeber nennen für ein 150-m²-Haus 4.500 bis 6.000 kWh im Jahr bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, co2online einen Durchschnitt von etwa 36 kWh pro Quadratmeter. Erdwärmepumpen liegen mit höherer JAZ deutlich darunter.

Wichtig für den Tarif: Rund 80 Prozent davon fallen zwischen Oktober und März an. Der Sommerstrom mittags für 1 Cent nützt der Wärmepumpe wenig, dann läuft sie nur für Warmwasser.

Winterstrom: nachts günstig, abends teuer

Strompreis-Uhr

Börsenpreis im Winter: wann die Wärmepumpe laufen sollte

Auf „Winter (Okt–Mär)“ schalten: Dann sind die Nachtstunden am günstigsten, der Abend ist am teuersten.

Günstigste Stunden: 11–12 Uhr, 12–13 Uhr, 13–14 Uhr, 14–15 Uhr. Teuerste: 17–18 Uhr, 18–19 Uhr, 19–20 Uhr, 20–21 Uhr.

Börsenpreis je Stunde in Cent pro kWh
Uhr01234567891011121314151617181920212223
ct/kWh8,37,87,57,47,68,19,511,111,29,68,17,16,56,36,88,19,411,312,713,111,910,59,88,7
Quelle: Day-Ahead-Preise der Gebotszone Deutschland/Luxemburg, Bundesnetzagentur | SMARD.de (CC BY 4.0), abgerufen über energy-charts.info, Stand 2025-12-31. Stundenmittel, eigene Auswertung.

Im Winter 2025 kostete die Börsen-kWh nachts rund 7 Cent, abends zwischen 17 und 20 Uhr über 13 Cent. Der Unterschied von 6 Cent plus Mehrwertsteuer sind rund 7 Cent pro kWh. Wer 2.000 kWh vom Abend in die Nacht verschiebt, spart damit rund 140 €. Das deckt sich mit der Neon-Studie für Naturstrom (Herbst 2025): 124 € oder 7 Prozent bei einer Wärmepumpe mit Pufferspeicher.

Die Voraussetzung: Die Wärmepumpe muss pausieren können

Eine Wärmepumpe lässt sich nicht wie ein E-Auto einfach vier Stunden später laden. Sie muss das Haus warm halten. Verschieben klappt nur, wenn Wärme gespeichert werden kann:

SG-Ready ist das Stichwort: Wärmepumpen mit diesem Anschluss (fast alle seit etwa 2015) lassen sich von außen in einen „Vorheiz-Modus“ oder eine Sperre schalten. Genau das nutzen die Apps der Anbieter, Energiemanager wie der 1KOMMA5°-Heartbeat oder evcc und openHAB: In günstigen Stunden Puffer hochfahren, in teuren drosseln.

Dynamischer Tarif oder Wärmepumpentarif?

Viele Versorger bieten Wärmepumpentarife an: Die Wärmepumpe bekommt einen eigenen Zähler, und der Strom darüber ist einige Cent günstiger als Haushaltsstrom, vor allem weil die reduzierten Netzentgelte nach § 14a Modul 2 (60 Prozent weniger Arbeitspreis, kein Netz-Grundpreis) darin stecken. Dafür darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe drosseln oder zu Sperrzeiten kurz abschalten.

Dynamischer Tarif Wärmepumpentarif
Preis Börse plus feste Anteile, schwankt fest, oft einige Cent unter Haushaltsstrom
Netzentgelt-Rabatt Modul 1 (108 bis 196 €) oder Modul 3 meist Modul 2 (60 % weniger Arbeitspreis)
Zähler Smart Meter zweiter Zähler plus zweiter Vertrag
Risiko Preisspitzen bei Kälte keins
Lohnt sich mit Puffer, unter ca. 4.500 kWh ab ca. 4.500 kWh laut Finanztip

Finanztip: Ein Wärmepumpen-Sondertarif lohnt sich oft erst ab etwa 4.500 kWh Wärmestrom im Jahr, Modul 2 ab 4.500 kWh, zwischen 3.000 und 4.500 kWh je nach Einzelfall. Darunter ist der dynamische Tarif mit Modul 1 meist günstiger und flexibler. Es gibt auch Mischformen wie Octopus Heat, ein Wärmepumpentarif ohne zweiten Zähler, der die Wärmepumpe per App steuert.

Die Dunkelflaute trifft die Wärmepumpe doppelt

Die teuersten Börsenstunden fallen in kalte, windstille Winterabende, also genau dann, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht. Am 20. Januar 2025 kostete die kWh an der Börse in der Spitze 58 Cent, brutto über 90 Cent. Ein einzelner solcher Abend kostet dich mit 5 kW Heizleistung schnell 15 bis 20 €. Übers Jahr gleicht das der günstige Rest aus, in einem kalten Februar kann der dynamische Tarif aber teurer sein als ein Festpreis. Wer das nicht aushält, nimmt den Wärmepumpentarif oder eine Variante mit Preisdeckel.

§ 14a: Rabatt gibt es in jedem Fall

Jede Wärmepumpe über 4,2 kW, die seit 2024 läuft, fällt unter § 14a EnWG. Den Netzentgelt-Rabatt bekommst du unabhängig vom Tarif:

Alle Details: § 14a EnWG: Modul 1, 2, 3 erklärt.

Mit PV-Anlage

Mit eigener PV lädt die Wärmepumpe den Puffer mittags mit Solarstrom, im Sommer fürs Warmwasser fast kostenlos. Der dynamische Tarif hilft dann vor allem im Winter, wenn die PV kaum liefert. Energiemanager kombinieren beides: erst PV-Überschuss, dann günstiger Börsenstrom.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für die Wärmepumpe?

Mit Pufferspeicher oder Fußbodenheizung ja, Studien nennen rund 124 € oder 7 Prozent im Jahr. Ohne Speicher kaum, weil die Wärmepumpe dann abends laufen muss, wenn der Strom am teuersten ist.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?

Im Einfamilienhaus grob 4.000 bis 6.000 kWh, je nach Dämmung, Wärmepumpe und Jahresarbeitszahl. Etwa 80 Prozent davon im Winter.

Was ist besser: Wärmepumpentarif oder dynamischer Tarif?

Unter etwa 4.500 kWh im Jahr meist der dynamische Tarif mit § 14a Modul 1, darüber oft der Wärmepumpentarif mit Modul 2. Mit Puffer und Steuerung verschiebt sich die Grenze nach oben.

Was ist SG-Ready?

Ein Standardanschluss an der Wärmepumpe mit zwei Kontakten, über die ein Energiemanager sie in einen Sparmodus oder Vorheizmodus schaltet. Fast alle Wärmepumpen seit etwa 2015 haben ihn.

Darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe abschalten?

Nach § 14a nur auf 4,2 kW drosseln. Bei klassischen Wärmepumpentarifen mit Rundsteuerempfänger gibt es zusätzlich vertragliche Sperrzeiten, meist bis zu 2 Stunden am Stück.

Brauche ich einen zweiten Zähler?

Für den dynamischen Tarif nicht, nur einen Smart Meter. Für den Wärmepumpentarif mit Modul 2 ja.

Quellen

Verbrauchswerte sind Durchschnitte. Maßgeblich ist der Zähler deiner Wärmepumpe. Keine Rechts- oder Finanzberatung.

Der Handwerksdoktor

Der Handwerksdoktor erklärt auf YouTube und hier im Blog, wie Heizung, Strom und Wasser im Haus funktionieren, einfach und ohne Fachchinesisch. Mehr über den Handwerksdoktor