E-Auto zu Hause laden mit dynamischem Stromtarif: 150 bis 300 € sparen
E-Auto laden mit dynamischem Stromtarif: Was 100 km kosten, wann du laden solltest, wie die Wallbox die günstigsten Stunden findet und was § 14a extra bringt.

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Kurze Antwort
Kurz gesagt: Das E-Auto ist der Verbraucher, bei dem sich ein dynamischer Stromtarif am klarsten lohnt. Es lädt nachts oder mittags, wenn der Börsenpreis bei 4 bis 7 Cent liegt statt 13 Cent am Abend, und die App des Anbieters sucht die günstigsten Viertelstunden selbst. Finanztip rechnet bei 3.000 kWh Ladestrom und 10 Cent Preisvorteil 300 € im Jahr, Studien nennen 31 bis 33 Prozent günstigeres Laden. Dazu kommt mit einer Wallbox über 4,2 kW der Netzentgelt-Rabatt nach § 14a von grob 150 € im Jahr. Deine Zahlen: E-Auto-Ladekosten-Rechner.
Was kostet das Laden zu Hause?
Die Rechnung ist einfach: Verbrauch pro 100 km × Strompreis. Laut ADAC-Ecotest liegt der Verbrauch aktueller E-Autos zwischen 13,4 und 29,7 kWh pro 100 km, inklusive Ladeverlusten, die der Bordcomputer nicht zeigt (10 bis 25 Prozent Unterschied laut ADAC). Ein Kompaktwagen mit 18 kWh und 15.000 km im Jahr braucht rund 2.700 kWh Ladestrom.
| Tarif | Preis pro kWh | 100 km | 15.000 km im Jahr |
|---|---|---|---|
| Festpreis, Durchschnitt BDEW 2026 | 37,0 ct | 6,66 € | 999 € |
| Günstiger Neukundentarif | 30 ct | 5,40 € | 810 € |
| Dynamisch, Laden in günstigen Stunden (Börse ca. 5 ct) | ca. 27 ct | 4,86 € | 729 € |
| Dynamisch plus § 14a Modul 1 | ca. 27 ct minus 150 € | ca. 579 € |
Die dynamischen Werte sind Beispiele mit 5 Cent Börsenpreis, 16 Cent festen Bestandteilen netto, 2 Cent Aufschlag und Mehrwertsteuer. Je nach Anbieter, Jahreszeit und Ladefenster liegt dein Preis darüber oder darunter.
Wann laden? Die Strompreis-Uhr
Börsenpreis je Tagesstunde: wann das E-Auto laden sollte
Grün sind die vier günstigsten Stunden. Im Sommer liegen sie mittags, im Winter nachts. Umschalten mit den Knöpfen.
Günstigste Stunden: 11–12 Uhr, 12–13 Uhr, 13–14 Uhr, 14–15 Uhr. Teuerste: 17–18 Uhr, 18–19 Uhr, 19–20 Uhr, 20–21 Uhr.
| Uhr | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ct/kWh | 8,3 | 7,8 | 7,5 | 7,4 | 7,6 | 8,1 | 9,5 | 11,1 | 11,2 | 9,6 | 8,1 | 7,1 | 6,5 | 6,3 | 6,8 | 8,1 | 9,4 | 11,3 | 12,7 | 13,1 | 11,9 | 10,5 | 9,8 | 8,7 |
- Sommer: zwischen 11 und 15 Uhr laden, wenn das Auto tagsüber zu Hause steht (Homeoffice, Zweitwagen). 2025 kostete die Börsen-kWh dann rund 1 bis 4 Cent.
- Winter: zwischen 0 und 5 Uhr, rund 7 Cent.
- Nie: zwischen 17 und 21 Uhr. Das ist die teuerste Zeit, 2025 über 13 Cent, 2026 bisher über 17.
Selbst suchen musst du das nicht. Die Apps von Tibber, Octopus Energy, Rabot und Co. bekommen die Preise für morgen am Nachmittag und legen die Ladezeit so, dass das Auto zur gewünschten Uhrzeit voll ist, so günstig wie möglich.
So lädt das Auto automatisch günstig
Smartes Laden einrichten
- Schritt 1AppAuto oder Wallbox mit der Anbieter-App verbinden.
- Schritt 2AbfahrtUhrzeit und gewünschten Ladestand eintragen.
- Schritt 3EinsteckenAbends anstecken, die App startet in den günstigen Stunden.
- Schritt 4PrüfenIn der App sehen, zu welchem Preis geladen wurde.
Drei Wege:
- Über das Auto: Viele Anbieter verbinden sich direkt mit dem Fahrzeug (Tesla, VW, BMW, Hyundai und andere) und steuern das Laden über dessen Schnittstelle. Die Wallbox bleibt dumm, das reicht.
- Über die Wallbox: Wallboxen mit OCPP oder eigener Anbindung (go-e, Easee, Wallbox Pulsar, Fronius, KEBA) lassen sich von der App schalten. Rabot Energy setzt zum Beispiel auf OCPP.
- Über evcc: die kostenlose Open-Source-Software für Ladesteuerung. Sie kennt die Preis-Schnittstellen von Tibber, Octopus, Ostrom, tado° Energy und anderen und lädt nach Preis oder nach PV-Überschuss. Läuft auf einem Raspberry Pi oder NAS.
§ 14a: der zweite Rabatt für die Wallbox
Eine 11-kW-Wallbox, seit 2024 in Betrieb, fällt unter § 14a EnWG: Der Netzbetreiber darf sie bei Engpässen auf 4,2 kW drosseln (damit lädt das Auto noch gut 20 km pro Stunde). Dafür bekommst du Modul 1: 108 bis 196 € im Jahr vom Netzentgelt zurück, unabhängig davon, wie viel du lädst. Bei normaler Fahrleistung ist das die beste Wahl, Modul 2 mit zweitem Zähler lohnt sich laut Finanztip erst über 30.000 km im Jahr. Alles dazu: § 14a EnWG: Modul 1, 2, 3.
Dynamischer Tarif oder Autostromtarif?
Viele Anbieter haben spezielle Autostrom- oder Ladetarife: ein fester, günstiger Preis fürs Laden, meist nachts oder über einen zweiten Zähler, oder ein Bonus pro geladener Stunde (Tibber zahlt in seinem Festpreistarif 7 Cent pro Ladestunde, bis 15 € im Monat). Der Unterschied:
| Dynamischer Tarif | Autostromtarif | |
|---|---|---|
| Preis | folgt der Börse, im Sommer mittags sehr günstig | fest, planbar |
| Risiko | Preisspitzen im Winter | keins |
| Voraussetzung | Smart Meter | je nach Tarif zweiter Zähler oder App |
| Aufwand | App steuert, sonst selbst auf Preise achten | keiner |
| Passt für | wer flexibel laden kann | wer feste Ladezeiten hat oder kein Risiko will |
Wer das Auto fast immer nachts lädt und keine Lust auf Preise hat, fährt mit einem Autostromtarif oft ähnlich gut. Wer tagsüber laden kann, mit PV kombiniert oder die Wärmepumpe gleich mitsteuert, holt mit dem dynamischen Tarif mehr raus.
Die Ladeverluste nicht vergessen
Beim Laden mit Wechselstrom (Wallbox zu Hause) gehen laut ADAC je nach Auto 10 bis 25 Prozent verloren, in der Wallbox, im Ladegerät des Autos und in der Batterie. Der Bordcomputer zeigt das nicht. Rechne mit dem Wert aus dem ADAC-Ecotest oder lies den Zähler an der Wallbox ab, sonst sind deine Kosten pro 100 km zu niedrig.
Mit PV-Anlage: mittags eigenen Strom laden
Hast du eine PV-Anlage, ist der eigene Strom noch günstiger als der Börsenstrom mittags. Dann lädt das Auto nach PV-Überschuss (evcc oder die Wallbox-App können das) und im Winter nach Börsenpreis. Ein Balkonkraftwerk reicht dafür nicht, es liefert höchstens 800 Watt: Balkonkraftwerk-Rechner.
Häufige Fragen
Wie viel kostet es, ein E-Auto zu Hause zu laden?
Bei 18 kWh pro 100 km und 37 Cent sind es 6,66 € pro 100 km, bei 15.000 km rund 1.000 € im Jahr. Mit dynamischem Tarif in günstigen Stunden etwa 4,86 € pro 100 km, mit § 14a Modul 1 noch rund 150 € weniger im Jahr.
Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif fürs E-Auto?
Ja, wenn das Auto zu Hause lädt und die Ladezeit flexibel ist. Studien nennen 31 bis 33 Prozent günstigeres Laden, Finanztip 150 bis 300 € im Jahr.
Wann sollte ich das E-Auto laden?
Im Sommer mittags zwischen 11 und 15 Uhr, im Winter nachts zwischen 0 und 5 Uhr. Nie zwischen 17 und 21 Uhr.
Brauche ich eine besondere Wallbox?
Nein. Die meisten Anbieter steuern das Laden über das Auto. Für die Steuerung über die Wallbox braucht sie OCPP oder eine unterstützte Schnittstelle.
Was ist mit dem Laden an öffentlichen Säulen?
Das läuft über den Anbieter der Ladesäule, nicht über deinen Haustarif. Der dynamische Tarif gilt nur zu Hause.
Drosselt der Netzbetreiber meine Wallbox?
Nur bei drohender Überlastung und nur auf 4,2 kW. Das Auto lädt dann weiter, nur langsamer. Bis Herbst 2026 wurde laut Finanztip noch keine Drosselung gemeldet.
Quellen
- Finanztip: Dynamische Stromtarife, Stand 16.04.2026 (Ersparnis-Rechnung 3.000 kWh, Studien Neon und ADAC/Tibber)
- Finanztip: § 14a EnWG erklärt, Stand 01.09.2026 (Modul 1, Wallbox-Empfehlung)
- ecomento: ADAC-Test-Rangliste 6/2026 (Verbrauch 13,4 bis 29,7 kWh/100 km im ADAC-Ecotest, inklusive Ladeverluste)
- ADAC: Ladeverluste bei Elektroautos (10 bis 25 Prozent Unterschied zum Bordcomputer)
- Bundesnetzagentur | SMARD: Day-Ahead-Preise 2025 und 2026 (CC BY 4.0), eigene Auswertung
- BDEW: Strompreisanalyse Herbst 2026, 21.08.2026 (37,0 ct/kWh)
Preise sind Beispiele mit Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die Angaben deines Anbieters.




