Luftfeuchtigkeit in der Wohnung: Welcher Wert ist richtig?
Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sein? Richtwerte für jeden Raum, ab wann Schimmel droht und wie du sie mit Lüften senkst.

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Inhalt dieses Artikels
Kurze Antwort
Kurz gesagt: In Wohnräumen gelten etwa 40 bis 60 % relative Luftfeuchtigkeit als angenehm und gesund. Laut Umweltbundesamt sollte das Hygrometer auf Dauer nicht mehr als 65 bis 70 % anzeigen. Liegt der Wert direkt an der Wand über 80 %, droht Schimmel, dann mehrmals täglich kurz stoßlüften.
Richtwerte für jeden Raum
| Raum | Richtwert relative Luftfeuchtigkeit |
|---|---|
| Wohnzimmer | ca. 40–60 % |
| Schlafzimmer | ca. 40–60 % |
| Kinderzimmer | ca. 40–60 % |
| Küche | ca. 50–60 %, beim Kochen kurz mehr |
| Bad | kurzzeitig deutlich mehr, danach wieder runter auf unter 70 % |
Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen: so liest du dein Hygrometer
Relative Luftfeuchtigkeit als Dauerwert im Raum, nicht kurz nach dem Duschen oder Kochen.
- unter 40 % eher trocken: weniger lange lüften, nicht überheizen
- 40–60 % angenehm und gesund
- 60–70 % erhöht: öfter stoßlüften
- über 70 % zu feucht: Schimmelgefahr, sofort lüften
Entscheidend ist der Dauerwert. Nach dem Duschen oder Kochen ist mehr normal. Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit danach durch Lüften wieder sinkt.
Ab wann droht Schimmel?
Schimmel braucht Feuchtigkeit. Kritisch wird es vor allem an kalten Stellen: Außenwände, Ecken, hinter Schränken und an Fensterlaibungen. Dort ist die Luft kühler und damit feuchter als in der Raummitte.
- Zeigt das Hygrometer im Raum dauerhaft über 65–70 %: mehr lüften.
- Direkt an der Wand über 80 %: Das Umweltbundesamt rät als Sofortmaßnahme, mehrmals täglich kurz stoßzulüften.
Luftfeuchtigkeit messen: so geht’s richtig
Ein digitales Hygrometer* zeigt dir die relative Luftfeuchtigkeit an.

- Nicht direkt neben Heizkörper, Fenster oder Wasserkocher stellen. Dort sind die Werte verfälscht.
- In Brust- bis Kopfhöhe im Raum aufstellen.
- Mehrere Tage beobachten, zu verschiedenen Tageszeiten, vor allem morgens im Schlafzimmer.
- Günstige Hygrometer sind nicht immer exakt. Für die Frage „lüften oder nicht“ reicht das aber völlig.
Luftfeuchtigkeit senken: die wirksamsten Tipps
- Stoßlüften statt Kipplüften. Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten weit öffnen. Gekippte Fenster tauschen kaum Luft aus, kühlen aber die Wand um das Fenster aus, und genau dort bildet sich dann Schimmel.
- Querlüften, wenn möglich: Gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen, dann geht es noch schneller.
- Nach Duschen und Kochen sofort lüften, Badtür dabei zu.
- Räume nicht zu stark auskühlen lassen. Kalte Wände sind Schimmelfallen. Auch wenig genutzte Räume leicht beheizen.
- Möbel ein paar Zentimeter von Außenwänden abrücken, damit Luft dahinter zirkulieren kann.
- Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen, oder den Raum danach gut lüften.
Gerade im Herbst und Winter hilft auch: Zugluft an Fenstern abstellen, damit die Räume gleichmäßig warm bleiben. So geht’s: Fenster abdichten gegen Zugluft.
Schimmel schon da?
Kleine Flächen kannst du oft selbst entfernen, so geht’s: Schimmel entfernen: Was du selbst darfst und was nicht. Bei größeren Flächen, wiederkehrendem Schimmel oder in der Mietwohnung: Ursache klären lassen bzw. den Vermieter informieren. Schimmel kann auch auf einen Bauschaden hinweisen.
Häufige Fragen
Ist 70 % Luftfeuchtigkeit zu hoch?
Kurzzeitig nach Duschen oder Kochen nicht. Dauerhaft ja: Das Umweltbundesamt nennt 65 bis 70 % als Obergrenze für den Dauerwert.
Ist zu trockene Luft schlimm?
Unter etwa 30–40 % empfinden viele die Luft als unangenehm trocken (Augen, Schleimhäute). Das kommt im Winter bei viel Heizen vor. Dann weniger lange lüften und nicht überheizen.
Hilft ein Luftentfeuchter?
Als Ergänzung in Kellern oder fensterlosen Räumen ja. Regelmäßiges Stoßlüften ersetzt er in normalen Wohnräumen aber nicht.
Quellen
- Umweltbundesamt: Richtiges Lüften beugt Schimmel vor
- Verbraucherzentrale: Heizen und Lüften: So geht’s richtig




