Heizung

Ölradiator, Heizlüfter oder Infrarotheizung: Was ist günstiger?

Ölradiator, Heizlüfter oder Infrarot: Welche Elektroheizung ist günstiger, was kostet eine Stunde und welches Gerät passt wofür? Mit Produktvergleich.

Titelbild: Heizlüfter, Ölradiator oder Infrarotheizung, was ist günstiger

Anzeige: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * markiert). Kaufst du darüber ein, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Mehr dazu

Inhalt dieses Artikels
  1. Warum keine Elektroheizung „sparsamer“ ist
  2. Die drei Geräte im Vergleich
  3. Welches Gerät passt zu dir?
  4. Und eine Klimaanlage?
  5. Günstiger warm werden
  6. Häufige Fragen

Kurze Antwort

Kurz gesagt: Beim Verbrauch gibt es keinen Sparmeister. Alle drei machen aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme, das bestätigt die Verbraucherzentrale. Was du zahlst, hängt nur von Leistung und Laufzeit ab. Der Unterschied liegt im Einsatz: Der Heizlüfter ist schnell warm und gut für kurz, der Ölradiator heizt leise und gleichmäßig über Stunden, die Infrarotheizung wärmt gezielt dort, wo du sitzt. Als Dauerheizung ist Strom teuer, laut Verbraucherzentrale rund 50 % teurer als eine Gaszentralheizung.

Warum keine Elektroheizung „sparsamer“ ist

Ein Gerät mit 2.000 Watt braucht auf voller Stufe 2 kWh pro Stunde, ganz egal, ob es ein Heizlüfter oder ein Ölradiator ist. Werbung mit „spart bis zu 50 %“ bedeutet meist nur: kleinere Leistung, also auch weniger Wärme. Sparen kannst du nur, indem du weniger lange oder weniger stark heizt, und dabei helfen Thermostat, Zeitschaltuhr und die richtige Geräteart für deinen Zweck.

Grafik

Was eine Stunde auf voller Leistung kostet

Bei 37 Cent pro kWh. Mehr Leistung heißt mehr Wärme und höhere Kosten, die Effizienz ist bei allen gleich.

Infrarotheizung 600 Wreicht für kleine Räume0,22 €
Ölradiator auf 1.500 Wmittlere Stufe0,56 €
Heizlüfter oder Ölradiator 2.000 W0,74 €
Grafik: Der Handwerksdoktor. Rechnung: Watt ÷ 1.000 × 0,37 €. Strompreis nach BDEW-Strompreisanalyse 2026.

Deine eigenen Werte rechnest du mit dem Stromkosten-Rechner aus, etwa für 2 Stunden pro Tag über die ganze Heizperiode. Was ein Heizlüfter im Monat kostet, steht auch hier: Heizlüfter: Stromverbrauch und Kosten.

Die drei Geräte im Vergleich

Heizlüfter Ölradiator Infrarotheizung
Wie er heizt Gebläse bläst warme Luft Öl wird erhitzt, Rippen geben Wärme an die Luft Strahlung wärmt Menschen und Flächen direkt
Warm nach Sekunden dauert eine Weile, bis das Öl heiß ist spürbar sofort, wo die Strahlung hintrifft
Nachwärme keine lange, das Öl speichert kurz
Lautstärke hörbar (Gebläse) leise lautlos
Luft wirbelt Staub auf kaum kein Luftzug
Ideal für kurz aufheizen, Bad am Morgen, Werkstatt mehrere Stunden in einem Raum Arbeitsplatz, Sitzecke, Bad
Anschaffung (laut Verbraucherzentrale ab etwa) 25 € 100 € 300 €

Welches Gerät passt zu dir?

In 3 Fragen zum richtigen Gerät

  1. Schritt 1Wie lange?Nur kurz: Heizlüfter. Stundenlang: Ölradiator.
  2. Schritt 2Wie groß?Kleiner Raum oder ein Platz: Infrarot reicht.
  3. Schritt 3Wie leise?Schlafzimmer, Büro: Ölradiator oder Infrarot.

Heizlüfter: schnell und günstig in der Anschaffung

Ideal, wenn es sofort warm werden soll und nur für kurze Zeit, zum Beispiel morgens im Bad. Er wirbelt aber Staub auf und ist hörbar. Als Dauerlösung wird es teuer.

Ölradiator: leise Wärme über Stunden

Er braucht etwas, bis er warm ist, gibt die Wärme dann aber gleichmäßig ab und strahlt nach dem Abschalten noch eine Weile nach. Mit Thermostat schaltet er sich selbst ab, wenn der Raum warm ist. Gut für das Arbeitszimmer oder eine kalte Übergangszeit.

Infrarotheizung: Wärme dort, wo du sitzt

Infrarotstrahlung wärmt dich und die Flächen im Raum, nicht zuerst die Luft. Am Schreibtisch oder in der Sitzecke fühlt sich das schnell angenehm an, auch wenn die Luft noch kühl ist. Für große Räume reicht ein kleines Gerät aber nicht.

Sicherheit bei allen Elektroheizungen

  • Direkt in die Wandsteckdose, nicht in Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungen: 2.000 Watt belasten sie stark.
  • Abstand zu Vorhängen, Möbeln und Bettzeug halten, nichts darüberlegen oder zum Trocknen aufhängen.
  • Auf Kippschutz, Überhitzungsschutz und ein Prüfzeichen (zum Beispiel GS) achten.
  • Nicht unbeaufsichtigt über Nacht laufen lassen, wenn die Anleitung es nicht ausdrücklich erlaubt.

Und eine Klimaanlage?

Eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion ist die Ausnahme von der Regel oben: Sie arbeitet als Wärmepumpe und macht aus 1 kWh Strom im Schnitt 3 bis 4 kWh Wärme. Für dieselbe Wärme zahlst du damit nur etwa ein Viertel. Dafür ist die Anschaffung teurer. Alles dazu: Heizen mit Klimaanlage und der Heizkosten-Vergleich.

Günstiger warm werden

Bevor du elektrisch zuheizt, lohnt sich ein Blick auf die eigentliche Heizung:

Häufige Fragen

Ist eine Infrarotheizung sparsamer als ein Heizlüfter?

Pro Kilowattstunde nicht. Weil sie aber gezielt wärmt, reicht dir am Schreibtisch oft ein Gerät mit weniger Leistung. Dadurch kann sie im Alltag günstiger sein, wenn du nur einen Platz warm haben willst.

Lohnt sich ein Ölradiator mit Eco-Funktion?

Eine „Eco“-Stufe schaltet meist nur die Leistung herunter oder regelt per Thermostat. Das spart, weil weniger geheizt wird, nicht, weil das Gerät effizienter ist.

Wie viel Strom verbraucht ein Ölradiator?

Auf voller Stufe so viel, wie auf dem Typenschild steht: Ein Ölradiator mit 2.000 Watt braucht 2 kWh pro Stunde, bei 37 Cent also rund 74 Cent pro Stunde. Mit Thermostat schaltet er sich ab, wenn der Raum warm ist, dann sind es im Schnitt deutlich weniger. Genau misst du es mit einem Energiekostenmessgerät: Stromverbrauch messen.

Wie viel kostet es, ein Zimmer elektrisch zu heizen?

Bei 2.000 Watt und 3 Stunden täglich sind es 6 kWh am Tag, bei 37 Cent rund 2,20 € pro Tag oder etwa 67 € im Monat.

Quellen

Der Handwerksdoktor

Der Handwerksdoktor erklärt auf YouTube und hier im Blog, wie Heizung, Strom und Wasser im Haus funktionieren, einfach und ohne Fachchinesisch.