Heizung

Opferanode im Warmwasserspeicher: prüfen, wechseln, Kosten

Opferanode im Warmwasserspeicher der Heizung: wann prüfen und wechseln, was es kostet und wann sich eine Fremdstromanode lohnt.

Titelbild: Opferanode prüfen und wechseln

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Inhalt dieses Artikels
  1. Was macht die Opferanode in der Heizung?
  2. Wann prüfen, wann wechseln?
  3. Wie wird die Opferanode geprüft?
  4. Opferanode wechseln: so läuft es ab
  5. Fremdstromanode: einmal einbauen, Ruhe haben
  6. Was kostet der Wechsel?
  7. Häufige Fragen

Kurze Antwort

Kurz gesagt: Die Opferanode ist ein Stab aus Magnesium im emaillierten Warmwasserspeicher. Sie löst sich mit der Zeit auf und schützt so den Stahl des Speichers vor Rost. Prüfen lassen solltest du sie regelmäßig bei der Heizungswartung, je nach Wasser hält sie grob 2 bis 5 Jahre. Eine neue Anode kostet laut heizung.de etwa 30 bis 80 Euro, der Wechsel durch den Fachbetrieb noch einmal 40 bis 80 Euro. Wer sich das Prüfen sparen will, rüstet auf eine Fremdstromanode um.

Was macht die Opferanode in der Heizung?

Genau genommen sitzt die Opferanode nicht im Heizkreis mit den Heizkörpern, sondern im Warmwasserspeicher, der bei vielen Heizungen das Trinkwasser für Dusche und Küche erwärmt. Die meisten dieser Speicher sind aus Stahl und innen emailliert. Die Emaille hat aber immer winzige Lücken. Dort würde der Stahl rosten.

Die Anode aus Magnesium ist unedler als Stahl. Zwischen beiden entsteht ein kleiner Strom, und statt des Speichers löst sich die Anode auf. Sie wird „geopfert“, daher der Name. Ist sie verbraucht, fängt der Speicher an zu rosten, und das kann ihn auf Dauer undicht machen.

Brauche ich eine? Speicher aus Edelstahl kommen in der Regel ohne Opferanode aus. Ob dein Speicher eine hat, steht auf dem Typenschild oder in der Anleitung. Oft sieht man oben am Speicher einen Deckel oder eine Schraubkappe, unter der die Anode sitzt.

Wann prüfen, wann wechseln?

Warnzeichen: Kommt bräunliches, rostiges Warmwasser aus dem Hahn, kann das auf Korrosion im Speicher hindeuten. Riecht das Warmwasser nach faulen Eiern, kann das ebenfalls mit der Anode zusammenhängen. In beiden Fällen den Fachbetrieb draufschauen lassen.

Wie wird die Opferanode geprüft?

  1. Sichtprüfung: Die Anode wird ausgebaut und angeschaut. Ist sie stark abgetragen, dünn oder nur noch ein blanker Stab, muss sie raus.
  2. Strommessung: Bei isoliert eingebauten Anoden mit Massekabel kann der Schutzstrom mit einem Messgerät gemessen werden, ohne die Anode auszubauen. Fließt kaum noch Strom, ist sie verbraucht.
  3. Signalanode: Manche Anoden zeigen ihren Zustand selbst an. Ist das Material aufgebraucht, färbt sich eine Anzeige am Kopf.

Opferanode wechseln: so läuft es ab

Ablauf beim Anodenwechsel

  1. Schritt 1Wasser zuKaltwasserzulauf zum Speicher schließen.
  2. Schritt 2Druck abWarmwasserhahn öffnen, Speicher drucklos machen.
  3. Schritt 3AusbauenAlte Anode herausdrehen, oft sitzt sie sehr fest.
  4. Schritt 4EinbauenPassende neue Anode mit neuer Dichtung einsetzen.
  5. Schritt 5PrüfenFüllen, entlüften, auf Dichtheit prüfen.

Besser vom Fachbetrieb

Der Speicher steht unter Leitungsdruck, das Wasser kann heiß sein, und es geht um Trinkwasser. Die alte Anode sitzt oft so fest, dass man den Speicher beschädigen kann. Außerdem muss die neue Anode genau passen: Gewinde, Länge, Durchmesser und ob sie isoliert eingebaut wird. Lass den Wechsel am besten bei der Heizungswartung miterledigen. Den Preis dafür kannst du vorher erfragen.

Wenn du es dir zutraust, gilt: nur das Originalteil oder eine ausdrücklich passende Anode verwenden. Bei wenig Platz über dem Speicher gibt es Kettenanoden aus mehreren Gliedern, die sich in den Speicher einfädeln lassen.

Fremdstromanode: einmal einbauen, Ruhe haben

Eine Fremdstromanode löst sich nicht auf. Sie schützt den Speicher mit einem kleinen, geregelten Strom aus der Steckdose. Laut heizung.de ist sie wartungsfrei und kostet etwa 10 Euro Strom im Jahr, ist aber in der Anschaffung teurer als eine Magnesiumanode. Wichtig: Der Stecker muss dauerhaft in der Steckdose bleiben, sonst schützt sie nicht. Passende Modelle gibt es als Fremdstromanode für Warmwasserspeicher*, auch hier muss das Gewinde passen.

Was kostet der Wechsel?

Posten Kosten (laut heizung.de)
Neue Magnesiumanode etwa 30 bis 80 €
Arbeitszeit Fachbetrieb etwa 40 bis 80 €
Fremdstromanode, Betrieb etwa 10 € Strom pro Jahr

Im Vergleich zu einem neuen Speicher ist das wenig. Deshalb lohnt sich der regelmäßige Blick auf die Anode.

Wenn der Fachbetrieb ohnehin zur Wartung kommt, kannst du gleich mehr erledigen lassen, etwa den hydraulischen Abgleich besprechen. Was du selbst an der Heizung machen kannst: Heizung Wasser nachfüllen und Heizung richtig entlüften.

Häufige Fragen

Wie oft muss die Opferanode gewechselt werden?

Das hängt vom Wasser ab. Grob alle 2 bis 5 Jahre. Sicher weißt du es nur, wenn sie regelmäßig geprüft wird, am besten bei der Wartung.

Kann ich die Opferanode selbst wechseln?

Grundsätzlich ja, wenn du Erfahrung hast und das passende Ersatzteil kennst. Weil der Speicher unter Druck steht und Trinkwasser enthält, empfehlen wir den Fachbetrieb.

Was passiert, wenn man die Opferanode nicht wechselt?

Dann rostet der Speicher an den Stellen, wo die Emaille Lücken hat. Auf Dauer kann er undicht werden, und ein neuer Speicher kostet ein Vielfaches einer Anode.

Hat jede Heizung eine Opferanode?

Nein. Die Anode sitzt im emaillierten Warmwasserspeicher. Heizungen ohne Speicher, etwa mit Durchlauferhitzer, und Edelstahlspeicher haben in der Regel keine.

Quellen

Der Handwerksdoktor

Der Handwerksdoktor erklärt auf YouTube und hier im Blog, wie Heizung, Strom und Wasser im Haus funktionieren, einfach und ohne Fachchinesisch.